Kolping

Erfolg für den IFD im Kreis Höxter

"Die neue Frau ist richtig gut!"

Erfolg für den IFD Bitte lächeln! Die Presse macht sich ein Bild von Naiby Schwickardi (rechts) an ihrem Arbeitsplatz. Mit im Bild (von links) Annegret Goeken, Verena Preuß und Matthias Goeken.Auffenberg, KBW Seit dem 19. Oktober 2010 hat sie einen festen Arbeitsplatz in der Bäckerei Goeken und damit ist sie die erste, die der IFD im Kreis Höxter mit Unterstützung des LWL und seines Programms „aktion5“ aus einer Werkstatt für Behinderte in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt hat.

In der Bäckerei bedient Schwickardi die Spülmaschine. Das ist eine Art Waschstraße für Körbe und Bleche. Vorne stellt ein Kollege die schmutzigen Sachen herein, hinten nimmt Naiby Schwickardi sie sauber heraus. Die Stelle war für den regulären Arbeitsmarkt ausgeschrieben. Weil aber im Hause Goeken schon mehrere Menschen mit Behinderungen arbeiten, ergab sich die Gelegenheit, dass Annegret Goeken mit Verena Preuß vom IFD darüber sprach. Die wiederum steht regelmäßig im Kontakt der Ottbergener Werkstatt für Behinderte, wo es seit einem Jahr eine Übergangsgruppe gibt, also eine Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden sollen. Nun hat es zum ersten Mal geklappt.

 

Naiby Schwickardi ist ein gutes Beispiel dafür, welche Voraussetzungen nötig sind, um einen behinderten Menschen in einen regulären und das heißt vor allem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu bringen: der Wille, es möglich zu machen. Scheitern kann es nämlich an relativ banalen Punkten: der Arbeitsweg zum Beispiel. Schwickardi wohnt in Höxter, ihr Arbeitsplatz ist in Bad Driburg. Sie nutzt den ÖPNV, dessen Fahrplan aber nicht in die Schichten der Bäckerei Goeken passen. „Wir haben die Arbeitszeiten angepasst“, sagt Matthias Goeken, ebenfalls Geschäftsführer.

 

Anders als in einer Werkstatt für Behinderte, in der Pausenzeiten, Arbeitsabläufe und Anforderungen ganz auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgestimmt sind, müssen sich in einem normalen Betrieb die Arbeitnehmer so einfügen, dass der Laden läuft. Und bei aller Kompromissbereitschaft zählt auch bei Goeken die Leistung oder mindestens doch die Leistungsbereitschaft des Einzelnen. „Grundsätzlich hat bei uns jeder eine Chance“, sagt Annegret Goeken, „aber am Ende muss jeder was bringen.“ Eine große Unterstützung dabei ist die Begleitung durch den IFD, betont Matthias Goeken. „Wer aus einer Behindertenwerkstatt kommt, wird dort zu 100 Prozent betreut. Wenn das draußen plötzlich auf Null fällt, ist das für manche einfach zu heftig.“ Dank der Begleitung durch den IFD steht ein Mensch mit Behinderungen alltäglichen Problemen im Betrieb nicht plötzlich allein gegenüber. Davon profitiert auch der Arbeitgeber. Manchmal ist auch er Teil eines Problems oder wird so empfunden. „Da brauchen wir dann auch die Unterstützung“, sagt Goeken, also jemanden, der Ruhe reinbringt und vermittelt. Genau das bietet der LWL mit seinem Programm „aktion5“, das im Hochstift Paderborn unter anderem vom IFD getragen wird. Hinter dem IFD wiederum stehen das Kolping-Bildungswerk Paderborn und die Lebenshilfe Paderborn.

 

Der ganze organisatorische Überbau ist für Naiby Schwickardi uninteressant. Sie freut sich einfach, einen Arbeitsplatz gefunden zu haben, eine Aufgabe, die wichtig ist und der sie gut gewachsen ist. „Vorsicht“, sagt sie noch, als es zur Besichtigung geht, „der Boden ist glatt. Nicht ausrutschen!“

 

Claudia Auffenberg

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