Wie Kolping beim Neustart in Deutschland geholfen hat
Integration gelungen!
Sandra Asoro und ihre Bildungsbegleiterin Barbara NeuserKolping-BFZ Hamm
Für viele Menschen mit Migrationshintergrund ist es in Deutschland schwierig, ihre Talente zu entfalten. Sie benötigen zumeist besonders Unterstützung von Menschen, die diese soziale und kulturelle Vielfalt als Ressource verstehen und nutzen. Wie bei Sandra Asoro.
Die 20-jährige Nigerianerin ist 2007 nach Deutschland gekommen. Ihr Vater lebt bereits seit 18 Jahren hier. Auch ihre Geschwister wohnen hier in Hamm. „Für mich war es anfangs schwer, ich hatte Heimweh“ reflektiert Sandra ihren Neustart in Deutschland. Besonders deutlich wurde ihr dies durch den enormen kulturellen Kontrast. „In Deutschland hat man in beruflicher Hinsicht viel mehr Chancen als in Afrika. Auch das Schulsystem ist ganz anders.“
Nach ihrer Einreise in Deutschland besuchte sie einen Integrationskurs. „Ich konnte kein Wort Deutsch“, so Sandra. „Das kam dann im Laufe der Zeit, ich musste immer wieder Deutsch sprechen.“ Sandra empfand es als schwierig, hier Anschluss zu finden. „Die meisten Afrikaner bleiben unter sich“, weiß Sandra. Nach dem Erwerb des Realschulabschlusses an der InVia Akademie Paderborn besuchte sie das Friedrich-List-Berufskolleg in Hamm. „Das war nichts für mich, zu viel Mathe“ war schließlich der Grund, warum sie die Höhere Handelsschule abbrach. Im Februar 2011 kam sie in die Berufsvorbereitung des Kolping-Berufsförderungszentrums Hamm. Ziel der BV ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine erste berufliche Orientierung bzw. die Aufnahme einer Berufsausbildung zu ermöglichen.
Die Bildungsbegleiterin Barbara Neuser hat in Zusammenarbeit mit ihrer Kollegin Angelika Richter, die für Sandras persönliches Coaching zuständig war, die junge Frau über mehrere Wochen begleitet und unterstützt. Sandra absolvierte zunächst ein 4-wöchiges Praktikum in der Pflege. Sie merkte jedoch schnell, dass diese Tätigkeit nicht ihren Vorstellungen entsprach. In einem anschließenden Praktikum im Hotel Mövenpick in Münster lernte sie das Hotelfach kennen – und wollte bleiben. Das Hotel Mövenpick musste man dafür nicht überreden. Sandras Ehrgeiz und ihre positive Ausstrahlung haben überzeugt. Sie erhielt die Zusage für einen Ausbildungsplatz zur Hotelfachfrau und hat am 01.09.2011 ihre Ausbildung begonnen. Sandra will nach Beendigung ihrer Ausbildung nicht unbedingt in Deutschland bleiben, sie will hoch hinaus. „Vielleicht eröffne ich in Afrika ein eigenes Hotel“, so träumt Sandra von ihrer Zukunft.
Doch jetzt steht erst einmal ein Urlaub in der alten Heimat an, denn Sandra besucht ihre Verwandtschaft in Nigeria.
Alin Pötzsch, Hamm
