Jakobspilger erreichen Santiago de Compostela

Die Jakobspilger der Kolpingsfamilie Bruchhausen haben auf Ihrer letzten Teilstrecke durch Spanien ihr Ziel, das Grab des heiligen Apostel Jakobus in Santiago de Compostela, erreicht.

Die Jakobspilger der Kolpingsfamilie Bruchhausen haben auf ihrer letzten Teilstrecke durch Spanien ihr Ziel, das Grab des heiligen Apostel Jakobus in Santiago de Compostela, erreicht.

In der ersten Ausgabe unseres Mitarbeitermagazins „Bildung und mehr“ in 2016 berichtete Lothar Heimann, Mitglied des Aufsichtsrates im Kolping-Bildungswerk Paderborn und Organisator des auf 10 Jahre angelegten Pilgerprojektes der Kolpingfamilie Bruchhausen, über die Idee, etappenweise vom Sauerland bis nach Santiago de Compostela zu pilgern. Über die finale Etappe und den emotionalen Abschluss dieses außergewöhnlichen Vorhabens berichten wir hier!

Zum letzten Mal waren die Jakobspilger 3 Wochen lang zu Fuß unterwegs, auf ihrer 17. und damit finalen Teilstrecke, von Leon in Kastilien bis in die Hauptstadt von Galicien, nach Santiago de Compostela. 20 Teilnehmer waren beim Abschluss des Mehrjahresprojekts der Bruchhausener Kolpingsfamilie dabei. Nach 320 Kilometern auf der diesjährigen Teilstrecke sind es nun insgesamt rund 3.150 Kilometer geworden – seit dem Projektstart im Jahr 2007.

Gestartet wurde in Leon (dem Ziel der 16. Teilstrecke), der Hauptstadt von Kastilien. Die Bruchhausener Jakobspilger waren dort wieder bei den Benediktinerinnen im Hospederia Monastica Pax zu Gast. Mit einer Messe in der Klosterkirche und vorbereiteten Texten begann die diesjährige Pilgerschaft. Auf dem historischen „Camino Frances“ ging es zunächst bei kaltem, aber sonnigem Wetter über La Milla de Paramo, Astorga, Rabanal del Camino nach Ponferrada. Dort wurde am ersten Pausentag nicht nur die berühmte Templerburg (Weltkulturerbe) besichtigt, sondern auch eine kurze Tiefdruckzone „vorbeigelassen“.

Gemeinsam mit Pilgern aus allen Erdteilen führte der Weg nach Sarria, über Villafranca del Bierzo, Las Herrerias und Triacastela. Trockenen Fußes ging es auch weiterhin über den „Camino Duro“. Anstrengend, nicht nur wegen der Kilometer, sondern auch wegen der Anstiege und Höhenmeter. Den 2. Pausentag nutzten einige Pilger um einen Ausflug zum sehenswerten Kloster Samos zu unternehmen.

Nach Portomarin und Palas de Rei wartete dann in Arzua auf die Kolpingpilger eine ganz besondere Überraschung: Pfarrer Daniel Meiworm aus der Heimatgemeinde St. Petri servierte den Pilgern am Tagesziel nach 32 Kilometern zur Begrüßung kühle Getränke. Damit hatte niemand gerechnet, der Clou war geglückt.

So waren es ab sofort 21 Teilnehmer, die die letzten 3 Tagesetappen nach Santiago de Compostela „unter die Füße nahmen“. Und als ausgerechnet am letzten Pilgertag der „Himmel vor Freude weinte“ (es goss aus Kübeln), konnte das der großen Freude bei der Zielankunft keinen Abbruch mehr tun.

Drei Tage Aufenthalt in Santiago de Compostela: Wohnen im „Hospederia San Martin di Pinario“ (ein Privileg laut örtlicher Stadtführerin), Pilgermesse mit dem Botafumeiro, 2 Messen mit Pfarrer Meiworm in der Kathedrale, eine spezielle Führung durch Fritz Schulte aus Müschede (zusammen mit Heinz Hüffer nicht zufällig in Santiago de Compostela) und noch eine Fahrt nach Finisterre zum „Ende der Welt“ am Atlantik waren ein gelungener Abschluss des 10-Jahresprojektes.

Für die finalen Überraschungen sorgten dann der Vorstand der Kolpingsfamilie Bruchhausen (Empfang am Flughafen Frankfurt-Hahn) und das Gemeindeteam Bruchhausen zusammen mit den Kindern der Teilnehmer (Mitternachtsempfang vor und in der Bruchhausener Kirche).

Die vielen guten Gespräche in der Gruppe, aber auch die Begegnungen mit den Menschen unterwegs in Deutschland, in der Schweiz, in Frankreich und Spanien werden allen Teilnehmern der letzten 10 Jahre sicher noch lang in Erinnerung bleiben.

Mechthild und Lothar Heimann dankten noch einmal für das erneute Teamwork der Gruppe, sprich „für die Gebete, Texte, Lieder, Gedichte, die täglichen Reise-Infos, für das Fotografieren und Filmen, das Tagebuch, die gegenseitige Unterstützung, die Mithilfe bei der Streckenführung und das sich wieder „drei Wochen lang aushalten und tolerieren.“

Am Samstag, 25. November 2017, wird es ein Jakobspilger-Revival geben: mit Messe, Bildern, Filmen, Erinnerungsstücken, Speis und Trank, mit Pilgern, Gemeinde- und Kolpingmitgliedern und allen anderen Interessenten und nicht zuletzt mit Pfarrer Daniel Meiworm, diesmal aber nicht als Überraschungsgast…

Text: Lothar und Mechthild Heimann

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