„Wertschöpfung durch Wertschätzung“

Kolping-Leitungskräfte diskutieren Formen werteorientierter Führung

Paderborn. Über neue Formen werteorientierter Führung diskutierten 100 Leitungskräfte des Kolping-Bildungswerkes Paderborn und des Kolpingwerkes DV Paderborn auf der traditionellen Frühjahrskonferenz im Hotel Aspethera. Das zentrale Ergebnis der Vorträge und Arbeitsgruppen lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Wertschöpfung entsteht durch Wertschätzung!

„In einem Unternehmen ist die Vertrauenskultur entscheidend! Eine Vertrauenskultur kann sich nur in langen Fristen entwickeln und spiegelt sich in Handlungs- und Entscheidungsprozessen wieder, in Maximen und Grundsätzen, in Sprache, Bildern und Slogans, aber auch in Tabus, die nicht gebrochen werden dürfen“, sagt Sozialethiker Prof. Thomas Schwartz, der den Abschlussvortrag der Tagung hielt. „Die Erschließung der sozialen Ressourcen über eine qualitativ hochwertige Vertrauenskultur auf der Grundlage eines wertschätzenden Umgangs untereinander wird in der Wissensökonomie damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor“, so der Professor weiter.

Dass die Führungskräfte selbst immer Vorbild und Maßstab zugleich sind, unterstrich Heidi Hohensohn, Professorin an der Fachhochschule der Wirtschaft in Paderborn, in ihrem Vortrag: „Werteorientierte Führung ist in gesellschaftlich turbulenten Zeiten eine unglaublich komplexe Aufgabe, die unter genauer Beobachtung steht. Das Diversity-Management, der Umgang mit Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Nationalitäten, Bildungsniveaus oder Wertvorstellungen, ist dabei die entscheidende Herausforderung.“ Auf die Frage, was für eine Führungskraft unentbehrlich sei, antwortete die Professorin mit zwei Worten: Authentizität und Ehrlichkeit. Was sich jedoch so einfach anhört, sei in der Praxis unglaublich schwierig. „Haben Sie mal versucht, eine Woche lang nur Sie selbst und absolut ehrlich zu sein? Versuchen Sie es mal!“ formulierte die Professorin den Beteiligten eine (kleine) Arbeitsaufgabe.

Da Führung sich auch immer vor dem Horizont gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Horizonte abspielt und damit in konkrete Kontexte eingebunden ist, stellte Prof. Martin Schneider von der Universität Paderborn seine Analyse der „Agilität“ vor. „Der Begriff der Agilität kommt aus der Softwareentwicklung und beschreibt, dass wir im täglichen Arbeitsprozess auf dem Weg zu immer unbestimmter werdenden Zielen hochflexibel agieren und arbeiten müssen“, so Schneider. Wie die Unternehmen des Silicon Valley wird auch Kolping, trotz aller inhaltlicher und struktureller Unterschiedlichkeit, agil arbeiten. „Der Weg vom Taylorismus ins agile Zeitalter gehört den Kreativen – und da ist Kolping gut aufgestellt“, lautete sein Fazit.

Zu Beginn der Tagung hatten Geschäftsführer Wolfgang Gelhard und Diözesansekretär Thorsten Schulz ihre Jahresberichte zu Bildungswerk und Verband abgegeben. Die erfolgreichen Entwicklungen in den letzten Jahren seien vor allem den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken, stelle Gelhard klar. „Als Führungskräfte geben wir zwar die Richtung vor, aber die kompetente Umsetzung erfolgt durch die Kolleginnen und Kollegen in den Maßnahmen und Projekten. Sie haben unsere Wertschätzung mehr als verdient“, so Gelhard.

 

100 Leitungskräfte aus Bildungswerk und Verband kamen im Hotel Aspethera zur traditionellen Frühjahrskonferenz zusammen.