Adelheid Hoffbauer nach 22 Jahren bei der „Brücke“ verabschiedet

„Hoher pädagogischer Aufwand hat sich gelohnt“

Paderborn. Adelheid Hoffbauer ist nach 22 Jahren als Geschäftsführerin der „Brücke“ in Bad Lippspringe in den Ruhestand verabschiedet worden. Seit der Gründung der inklusiven Wäscherei im Jahre 1996 hat sie das Unternehmen stetig weiterentwickelt und vielen Menschen mit Handikap dort die Möglichkeit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gegeben. Heute arbeiten 57 Menschen in der „Brücke“, davon 26 mit Behinderung.

„Die Brücke in Bad Lippspringe war das damals das erste Integrationsunternehmen unter dem Dach des Kolping-Bildungswerkes Paderborn und für die geleistete Pionierarbeit in diesem Segment möchte ich Frau Hoffbauer ganz herzlich danken und ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und Gottes Segen wünschen“, sagte Wolfgang Gelhard, Geschäftsführer des Bildungswerkes. „Dass wir heute mit unseren acht Inklusionsbetrieben in diesem Bereich so gut aufgestellt sind, haben wir nicht zuletzt Frau Hoffbauer zu verdanken, die früh erkannt hat, dass Menschen mit Behinderungen bei entsprechender Förderung auch auf dem ersten Arbeitsmarkt eine dauerhafte Perspektive haben können“, so Gelhard weiter. Der erste Arbeitstitel dieses Integrationsprojektes, erinnert sich Hoffbauer, lautete „Leben.Arbeiten.Bilden“. Aus einem dreijährigen Pilotlehrgang für schwerstlernbehinderte Menschen aus dem Bereich der Hauswirtschaft, einem Vorläufer der heutigen zeitlich verkürzten Berufsvorbereitungsmaßnahmen (BVB), wurden die ersten Mitarbeiter für die neu gegründete „Brücke“ gewonnen. „Wir haben damals einen hohen pädagogischen Aufwand betrieben“, schilderte die ausgebildete Lehrerin, „aber dass auch heute noch vier Mitarbeiter der ersten Stunde bei uns sind, zeigt, dass die Anstrengung sich mehr als gelohnt hat.“ Ziel sei immer die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe Benachteiligter gewesen und bei der Umsetzung dieses Vorhabens sei die Unterstützung des Kolping-Bildungswerkes als Gesellschafter immer von hoher Bedeutung gewesen, so Hoffbauer weiter. Ihr Dank galt an dieser Stelle deshalb auch Werner Sondermann, der sich als langjähriger Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerkes Paderborn bis zu seinem Ruhestand persönlich immer für die „Brücke“ und die Idee der Inklusion eingesetzt habe. Als Meilensteine der Entwicklung der „Brücke“ nannte Hoffbauer den Aus- und Neubau der Halle 2013 sowie die Etablierung des Geschäftsbereichs „Recycling“ ab dem Jahr 2010. Alleine sieben Mitarbeiter, darunter ein gehörloser Fahrer, sind mit dem Entleeren der Altkleidercontainer in der Region betraut.

Der Leitungswechsel in der „Brücke“ wurde übrigens familienintern vollzogen: seit dem 15.09.2018 ist Sohn Christian Hoffbauer als Prokurist der Einrichtung tätig und soll die Wäscherei als operativer Leiter in die Zukunft führen. „Ich darf Verantwortung in einem gut funktionieren Inklusionsbetrieb übernehmen, der aktuell 1-1,3 Tonnen Wäsche pro Tag sowie zusätzlich 190.000 Einzelteile im Jahr bearbeitet“, so Christian Hoffbauer. Auch wenn dies beeindruckende Zahlen seien, wolle man das Volumen in Zukunft noch erhöhen, so Hoffbauer weiter.  

v.l.: Christiane Hoffbauer, Werner Sondermann, Adelheid Hoffbauer, Christian Hoffbauer und Wolfgang Gelhard