Kolping-Expertise in Bildungsangelegenheiten gefragt!

„Berufliche Bildung ist keine Bildung 2.Klasse“

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hat in Marburg intensiv über die besten Fördermöglichkeiten von Begabten und Leistungsschwächeren im Schulkontext diskutiert. Das mehrtätige Seminar wurde von Stipendiaten der Stiftung organisiert. Seine Expertise durfte auch das Kolping-Bildungswerk in Paderborn einbringen, für das Sascha Dederichs als Grundsatzreferent der Geschäftsführung an der Podiumsdiskussion teilnahm. Weitere Referenten waren Georg Hoffmann (Vorsitzender der Jungen Philologen), Tobial Meinel (Schulleiter der Elisabethenschule in Marburg) sowie Thomas Hering MdL.

Es herrschte große Einigkeit im Podium, als es direkt zu Beginn der Diskussion um die Rolle der Lehrer ging: die Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer werden immer komplexer, Schulen sehen sich heute immer differenzierteren Fragestellungen und größeren Herausforderungen gegenüber. Hier gilt es für die Pädagogen Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, individuell zu fördern, Rücksicht auf unterschiedliche Geschwindigkeiten zu nehmen und gleichermaßen auch auf individuelle Handikaps oder herausragende Fähigkeiten zu achten. Kurzum: Lehrerinnen und Lehrer sind zentrale Bezugspersonen und weit über die konkreten Fachinhalte hinaus gefragt. Da sie jedoch nicht im luftleeren Raum agieren, sondern immer auch von bildungspolitischen Vorgaben abhängig sind, wurde auch über aktuelle Tendenzen und Weichenstellungen der Bildungspolitik gesprochen. Dabei betonte Sascha Dederichs: „Berufliche Bildung ist keine Bildung 2. Klasse! Wenn es politisch gewollt ist, dass über 60% eines Jahrgangs Abitur machen und 50% studieren, dann nimmt man in Kauf, dass die duale Berufsausbildung immer weiter marginalisiert wird und das spiegelt die Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht wider – dort werden Facharbeiter händeringend gesucht!“ Gerade für eher praktisch begabte junge Menschen müsse das duale System wieder stärker in den Fokus gerückt werden, so Dederichs weiter.

Berufliche Bildung sei keine Bildung 2.Klasse, sagte Sascha Dederichs (links) bei einer Podiumsdiskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung.

 

vorne v.l.: Sascha Dederichs (Grundsatzreferent der Geschäftsführung), Corrado Becker (Moderator), Tobias Meinel (Leiter der Elisabethenschule), Georg Hoffmann (Vorsitzender der Jungen Philologen) sowie Thomas Hering (CDU-Landtagsabgeordneter).