Kolping übernimmt Hof von Meinolf Michels

Die Adolph Kolping Stiftung Paderborn und Familie Michels haben den Kaufvertrag für den Erwerb des Hofes von Meinolf und Thea Michels unterzeichnet und freuen sich gemeinsam sehr über die neuen Perspektiven, die sich jetzt auf dem landwirtschaftlichen Anwesen in Großeneder entwickeln. Schnell waren sich die Geschwister Jürgen Michels, Edith Michels-Ringkamp, Hartwig Michels, Alexa Quinte und Gudrun Michels nach den ersten Gesprächen mit Regina Schafmeister und Wolfgang Gelhard vom Vorstand der Adolph Kolping Stiftung und nach dem Ortstermin mit dem Aufsichtsrat der Kolping Bildungswerk gGmbH im Herbst vergangenen Jahres darüber einig, dass sie mit dem Verkauf an Kolping ganz im Sinne ihres im Jahr 2019 verstorbenen Vaters Meinolf Michels handeln.

Denn als langjähriger CDU-Politiker und Bundestagsabgeordneter hat Meinolf Michels ein politisches Denkmal mit einer Strahlkraft weit über den Kreis Höxter hinaus hinterlassen. Sein unermüdliches Engagement und seine aktive Verantwortung für die Menschen und die Region sollen jetzt auf seinem Hof fortgesetzt werden. Als seinen Kindern im letzten Jahr klar wurde, dass eine eigene Weiternutzung des Hofes den Michels-Geschwistern nicht möglich ist und dass die Gebäude auf keinen Fall leer stehen und verfallen sollten, konnte nur die Suche nach dem passenden Käufer der richtige Weg sein. Als Mareike Gördemann, die als stellvertretende Schulleiterin des Theresia-GerhardingerBerufskollegs in Rimbeck schon seit vielen Jahren für den Schulträger Kolping Schulwerk gGmbH arbeitet, davon erfuhr, entstand sofort die Idee eines alternativen landwirtschaftlichen Lern- und Arbeitsortes. So soll zukünftig das große Umnutzungspotenzial des Hofes im Planungsmittelpunkt stehen, um für Kinder und Jugendliche sozialpädagogische Tagesangebote mit den wertvollen Erfahrungen einer landwirtschaftlichen Umgebung zu verknüpfen. Die Kolping Schulwerk gGmbH wird als Tochtergesellschaft der Kolping Bildungswerk gGmbH die ersten neuen Angebote bereits in diesem Jahr vor Ort umsetzen. In Zusammenarbeit mit einem gut aufgestellten Planungs- und Expertenteam ist Eva Klare-Kurtenbach als Geschäftsführerin des Kolping Schulwerks optimistisch, dass die notwendigen Umbaumaßnahmen termin- und fachgerecht in den nächsten Monaten ausgeführt werden: „Wir haben durch unsere eigenen Schulen, durch unsere unterschiedlichen außerschulischen Maßnahmen und durch die Kooperationen innerhalb des Kolping Bildungswerkes ein starkes Expertenteam, das hier am Standort Großeneder in Kooperation mit dem Kreis Höxter bedarfsgerechte Angebote für besondere Zielgruppen aufbauen wird.“ Ab August 2022 soll dann Betrieb auf dem Hof sein. Vorgesehen ist zunächst ein tiergestütztes sozial- und heilpädagogisches Fortbildungs- und Erlebnisangebot. Die dafür bereits ausgebildeten Tiere werden im Mai auf den Hof umziehen. Eigentümerin und Fachkraft für tiergestützte Intervention Katrin Rauber arbeitet als Sonderpädagogin beim Kolping Schulwerk und freut sich auf den neuen Wirkungsort: „Der Hof erfüllt alle Voraussetzungen, die für diese Arbeit und dieses besondere Angebot notwendig sind. Hier können wir Theorie und Praxis an einem Ort zusammenführen, denn die direkten Erfahrungen und Erlebnisse mit den Tieren sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen pädagogischen Arbeit.“ Wolfgang Gelhard als Geschäftsführer des Kolping Bildungswerkes konnte sich für die Bauernhofidee von Beginn an begeistern: „Es war immer mein besonderer Wunsch, einen Kolping-Bauernhof zu betreiben. Als diese Idee plötzlich konkret wurde, war ganz viel positive Dynamik in dieser Projektidee spürbar. Ich freue mich ganz besonders auf diese schöne Aufgabe, dort einen ganz besonderen Ort für Kolping wachsen zu lassen.“ Voraussichtlich im nächsten Jahr soll dann ein landwirtschaftlicher Inklusionsbetrieb mit dem Schwerpunkt Gemüseanbau den ersten Bauernhofstandort des Kolping Bildungswerkes erweitern und damit in erster Linie die Versorgung der Kolping-Hotels in Paderborn, Soest und Witten ergänzen. Regina Schafmeister ist als Vorsitzende der Adolph Kolping Stiftung verantwortlich für diese Hotelbetriebe und steht dem nachhaltigen Anbau- und Handelskonzept ebenso positiv entschlossen gegenüber wie dem Aufbau eines landwirtschaftlichen Inklusionsbetriebs in Großeneder: „Kolping betreibt bereits 10 Inklusionsunternehmen in ganz unterschiedlichen Branchen. In Großeneder soll dann der 11. aufgebaut werden. Ich freue mich sehr, dass wir unser Produkt- und Arbeitsplatzangebot mit dem Kauf des Michels-Hofes um ein landwirtschaftliches Unternehmen erweitern können. Der Hofkauf ist für uns alle ein besonderer Schritt und die vielseitige Unterstützung, die wir bereits bei den Planungen erfahren haben, hat uns darin bestärkt, dieses Projekt zu realisieren.“ Kolping wird nun im Kreis Höxter mit einem regional angepassten Nutzungskonzept den landwirtschaftlichen Betrieb in Großeneder als außerschulischen Lern- und Arbeitsort mit einem sozial- und sonderpädagogischen Schwerpunkt aufbauen. „Ein solch vielschichtiges Projekt inhaltlich und strukturell aufzubauen, ist eine spannende und arbeitsintensive Herausforderung für alle Beteiligten. Aber durch interne und externe Unterstützung auf ganz unterschiedlichen Ebenen sehen wir das Ziel ganz klar vor Augen, dass an diesem Ort etwas Besonderes entstehen wird. Aber ich freue mich auch sehr auf die ruhigen Momente im Hof unter der großen Eiche, die sicher auch schon so manchen Sturm überstanden hat“, sagt Eva Klare-Kurtenbach als Projektverantwortliche. Mit der Kaufvertragsunterzeichnung haben die Beteiligten den Startschuss für das Projekt gegeben. Nach den letzten Monaten der gemeinsamen Abstimmung im Zuge der Vertragsverhandlungen ist Familie Michels zufrieden mit der neu geschaffenen Perspektive: „Wir freuen uns, für unser Elternhaus und die gesamte Hofstelle eine Nachfolge gefunden zu haben, die ganz im Sinne unserer Eltern ist. Dem Kolping Schulwerk wünschen wir einen guten Start und ein herzliches Willkommen in Großeneder sowie eine für unsere Heimat förderliche und fruchtbare Entwicklung seines Projektes.“

Foto: Jörg Henze