Präventionsschulung für hörbehinderte Menschen

Mitarbeiterschulungen zum Themenbereich „Sexuelle Gewalt“ sind im Kolping-Bildungswerk Paderborn mittlerweile Routine. Aber wie gelingt ein solches Seminar bei Menschen mit Hörbehinderungen? Um eine bestmögliche Kommunikation zu diesem Themenbereich sicherzustellen, wurde ein Seminar ausschließlich für diese Zielgruppe konzipiert. So wurde das Seminar z.B. durch Gebärdendolmetscherinnen unterstützt. Das bedeutet für den Referenten eine besondere Vorbereitung und sprachliche Reflexion. Aber auch für die Dolmetscherinnen ist ein Gespür für dieses sensible Thema erforderlich.

Trotz der großen Herausforderungen verlief das Seminar ausgezeichnet. Während der gesamten Veranstaltung war es möglich, direkt konkret auf Fragen oder Rückmeldungen einzugehen. Es konnte stets geprüft werden, ob das, was durch den Referenten vermittelt wurde, auch so verstanden wurde, denn: Viele der Begriffe, wie sie in den Präventionsschulungen vermittelt werden - wie „Haltung“, der Unterschied zwischen „sexueller“ und „sexualisierter“ Gewalt oder „Präventionsfachkraft‘“ - können nicht einfach „übersetzt“ werden. Es bedarf einer Umschreibung, die ggf. mit Beispielen gestützt wird.

Eine neue Erfahrung auch für den Referenten und die anwesende Präventionsfachkraft war, dass die Teilnehmenden sich untereinander verständigen konnten – die Hörenden jedoch nicht. Insgesamt war es eine herausragende Veranstaltung mit vielen neuen Erfahrungen für alle Teilnehmenden.

Die sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben es sehr begrüßt, diese Schulung in dieser Form der für sie wichtigen Kommunikation erleben zu dürfen.

Text: Reinlinde Steinhofer

Weitere Informationen zur Prävention sind beim Erzbistum Paderborn verfügbar:

www.erzbistum-paderborn.de/beratung-hilfe/praeventionsarbeit