Wichtige Zukunftsthemen aktiv gestalten

Führungskräfte des Kolping-Bildungswerkes Paderborn treffen sich zur Frühjahrskonferenz

Diversität, Demografie und Nachhaltigkeit: Diese drei Themen werden die Arbeit des Kolping-Bildungswerkes Paderborn als einer der führenden Sozialdienstleister im Erzbistum Paderborn in den kommenden Jahren prägen. Rund 120 Führungskräfte haben sich bei ihrer Frühjahrskonferenz in Paderborn drei Tage lang damit beschäftigt, wie das Kolping-Bildungswerk diese Themen gestalten kann. Nach drei Jahren pandemiebedingter Unterbrechung war die Konferenz endlich wieder in Präsenz möglich.

In den vergangenen Jahren ist das Kolping-Bildungswerk trotz der Corona-Pandemie weiter gewachsen. Mit seinen Tochterunternehmen beschäftigt es inzwischen mehr als 2.000 Mitarbeitende. Geschäftsführer Wolfgang Gelhard berichtete über diese positive Entwicklung und  hob dabei die Kindertagesstätten und die Arbeit mit Geflüchteten hervor. Seit der letzten Frühjahrskonferenz 2019 wurden in Borchen, Bad Lippspringe, Gütersloh und Paderborn vier Kolping-Kitas eröffnet. Die Arbeit mit Geflüchteten sei eine Bereicherung des Portfolios, so Gelhard. Neben der Unterbringung bietet Kolping auch unabhängige Beratung an.

Die Gewinnung von Fachkräften ist angesichts des demografischen Wandels eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Besonders in den Bereichen Pflege, Pädagogik, Sozialarbeit und Hauswirtschaft sei dies schon jetzt spürbar, so Gelhard. „Als Dienstleister für Menschen sind unsere Mitarbeitenden unser wichtigstes Gut.“ Eine zeitgemäße Recruiting-Strategie soll das Kolping-Bildungswerk als attraktiven Arbeitgeber darstellen und die Gewinnung von Fachkräften sicherstellen. Gerade in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren haben einige Einrichtungen dabei positive Erfahrungen mit Stellenausschreibungen in den Social-Media-Kanälen gemacht. 

Ohnehin hat die Digitalisierung durch die Corona-Pandemie auch im Bildungswerk einen Schub bekommen. Unter anderem wurden Möglichkeiten digitaler Zusammenarbeit geschaffen und Bildungsangebote digitalisiert. „Dass so viel in so kurzer Zeit umgesetzt werden konnte, hat funktioniert, weil sich alle Beteiligten über die normale Arbeit hinaus sehr engagiert haben“, davon ist Geschäftsführer Wolfgang Gelhard überzeugt. Die Entwicklung hat auch zu einer besseren Vernetzung des Kolping-Bildungswerkes mit den ehrenamtlich Engagierten des Kolpingwerkes Paderborn geführt. Die Digitalisierung bleibe eine dauerhafte Aufgabe: Es gelte, bisherige Erfolgsfaktoren zu identifizieren und eventuelle Hemmnisse abzubauen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war Diversität. „Unsere Gesellschaft wird vielfältiger“, stellte Martin Rose fest. Er ist ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des Kolpingwerkes Deutschland und arbeitet im Rang eines Oberstleutnants beim Zentrum Innere Führung der Bundeswehr. Seine Kollegin Lena Wilk und er berichteten als Gastreferenten darüber, wie Vielfalt in der Bundeswehr konzeptionell verankert ist und umgesetzt wird. „Vielfalt ist nicht der Umgang einer homogenen Mehrheit mit einer wie auch immer definierten Minderheit“, stellten die Beiden klar. „Wenn die Rahmenbedingungen aktiv gestaltet werden, wird Vielfalt zu einem Mehrwert, der sich messbar auch im Geschäftserfolg eines Unternehmens zeigt.“ So trage der Umgang mit Vielfalt auch dazu bei, die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber zu erhöhen – Stichwort: Fachkräftegewinnung.

Auch der Krieg in der Ukraine beschäftigte die Führungskräfte des Kolping-Bildungswerkes bei ihrer Frühjahrskonferenz. Der Kölner Kommunikationsberater und Medientrainer Tom Buschardt zeigte in seinem Vortrag zum Ende der Tagung an vielen aktuellen Beispielen, wie Fake News entstehen, wie sie sich gerade in den digitalen Kommunikationsmedien verbreiten, wie man sie erkennt und welche Rolle die Massenmedien in der Berichterstattung über Krieg und Terror spielen. Sein Fazit: „Qualitativ hochwertiger Journalismus, der sich jenseits von Fakes und Manipulationen um gesicherte Information bemüht, ist für die Demokratie existenziell wichtig.“

Zogen ein positives Fazit der Frühjahrskonferenz, die endlich wieder in Präsenz möglich war: Sascha Dederichs (Referent der Geschäftsführung), Gastreferent Tom Buschardt, Geschäftsführer Wolfgang Gelhard, Diözesansekretär Daniel Fissenewert und Diözesanpräses Sebastian Schulz (von links) Foto: Mario Polzer