„Lass deine Schlauerlis wachsen“

Angehende Kinderpfleger*innen entwickeln Materialpaket

Die angehenden Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger am Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg Rimbeck und ihre Klassenlehrerin haben ihr Schlauerli-Projekt in der Schulaula präsentiert. Die angehenden Kinderpfleger*innen haben zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Marion Grünberg-Schröter eine „Schlauerli“-Veranstaltung für Kita-Kinder und Erstklässler*innen in der TGB-Schulaula auf die Beine gestellt. Foto: Jana Sudhoff Die Schüler*innen der Kinderpflege-Unterstufe am Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg (TGB) Rimbeck haben sich in einem Projekt mit dem Einfluss der Bildschirmmedienzeit auf die Gehirnentwicklung bei Kindern beschäftigt. Ihre Zielsetzung: Kinder und Erwachsene für dieses Thema zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für echte, vielfältige Sinneserfahrungen für eine gesunde Entwicklung zu schaffen. Dafür haben die Schüler*innen zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Marion Grünberg-Schröter ein Materialpaket erarbeitet.

Um Kindern einen einfachen Zugang zu ermöglichen, haben sie „Schlauerlis“ erschaffen – als kindgerechtes Bild für die Neuronen im Kopf. Die „Schlauerlis“ ziehen sich wie ein roter Faden durch die selbst erstellten Materialien. So gibt es ein eigens verfasstes Schlauerli-Lied, ein selbst geschriebenes Schlauerli-Bilderbuch, Mitmach-Stationen und ein Handbuch mit Liedern, Fingerspielen, Bewegungsangeboten, Kreativideen, Rätseln und Kopiervorlagen. „Damit sich Neuronen aufbauen und zu starken Bahnen vernetzen können, bedarf es vielfältiger Sinneswahrnehmungen. Neuronen stärkt man durchs Entdecken, Forschen, Denken und neue Erfahrungen“, erklärt Marion Grünberg-Schröter. „Je mehr Bildschirmzeit desto weniger echte Abenteuer erleben die Kinder.“ Daher hat sie im „Schlauerli“-Projekt mit ihrer Klasse für Kinder im Kita-Alter sowie im ersten Grundschuljahr Anreize für echte und reale Erlebnisse entwickelt. Statt auf Verbot von Tablet, Smartphone, TV & Co. setzen sie auf die Zugkraft ihrer Angebote, die sie spielerisch, anschaulich und ermutigend konzipiert haben.

Materialien stehen online zur Verfügung

Vorgestellt hat der Unterkurs die Ergebnisse seines Projekts bei einer „Schlauerli“-Veranstaltung in der Schulaula vor einem Publikum aus drei Kitas, einer Grundschule sowie Kita-Fachkräften. An verschiedenen Mitmach-Stationen testeten die Besucher*innen die selbst entwickelten Materialien: Es wurde vorgelesen, balanciert, ausgemalt, gepuzzelt, gebastelt, gebaut, gerätselt, ertastet und natürlich gesungen und getanzt zum Schlauerli-Lied. Die Fachkräfte durften sich die Schlauerli-Mappe – mit Materialien, Anleitung und Hintergrundtexten – mitnehmen. Dank Sponsoren wurde das Handbuch „Lass deine Schlauerlis wachsen!“ in einer Auflage von 50 Exemplaren gedruckt.

Damit so viele Einrichtungen – Kitas, Grundschulen, OGS – wie möglich profitieren können, haben die Schüler*innen ihre Materialien auch online gestellt. Das selbst entwickelte Praxismaterial zur frühen Medienprävention für Kita und Grundschule steht kostenfrei zum Download unter www.schlauerlis.de zur Verfügung. Über die Website kann auch das Bilderbuch „Tove, Mo und die Schlauerlis“ zum Selbstkostenpreis bestellt werden. Gerne besuchen die angehenden Kinderpfleger*innen zudem Kitas und Grundschulen im Kreis Höxter, um das Lied zu singen, Materialien auszuprobieren oder den mobilen Mitmach-Stand aufzubauen.

Das hat auch Warburgs Bürgermeister Tobias Scherf imponiert, wie er in seinem Grußwort zum Handbuch schreibt: „Besonders beeindruckt mich, dass die entwickelten Materialien nicht nur erarbeitet, sondern auch in Praxiseinrichtungen erprobt, weiterentwickelt und anschließend kostenfrei pädagogischen Fachkräften, Familien und Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.“

Für die Druckkosten und Materialanschaffungen haben mehrere Sponsoren mit insgesamt rund 750 Euro mit ins Rad gegriffen: unter anderem die Sparkasse Warburg, Fensterreinigung Henneken und „Kreativ in Kontakt“.