Denkanstöße für die Demokratie
Neue Aktionsreihe in Castrop-Rauxel gestartet
Die Tiny Church kam beim „Tag der Demokratie und Dankbarkeit“ zum Einsatz, zu dem die Kolping-Bildungszentren Ruhr am Standort in Castrop-Rauxel eingeladen hatten. Foto: Susanne Gregor-Bähr
Negative Äußerungen zur Demokratie – das hören die Mitarbeitenden der Kolping-Bildungszentren Ruhr am Standort in Castrop-Rauxel zunehmend häufiger. Um die Teilnehmenden dafür zu sensibilisieren, wie wichtig Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe sind, hat das Team um Einrichtungsleiterin Susanne Gregor-Bähr eine Aktionsreihe ins Leben gerufen. In dem Rahmen veranstaltete die Einrichtung erstmals für Teilnehmende, Nachbarn und Kooperationspartner einen „Tag der Demokratie und Dankbarkeit“. Hier kam auch die Tiny Church des Kolping-Bildungswerkes Paderborn zum Einsatz.
Die mobile Kirche auf Rädern bildete zusammen mit der Kolping Roadshow die Herzstücke der Veranstaltung. Rund um die Belange von Geflüchteten, Toleranz und Akzeptanz drehte es sich im Mitmach-Mobil des Kolping Netzwerks für Geflüchtete. Multimediale Elemente und Infotafeln gaben unter anderem Einblicke in Geschichten von Geflüchteten, in gelungene Integrationsarbeit und den Umgang mit Vorurteilen. Flankierende Workshops boten weitere Denkanstöße zu den Themen Migration und gesellschaftliche Teilhabe: Was macht gesellschaftliche Teilhabe aus? Wo liegen die Probleme? Was sind Gründe für Migration?
Kirche schafft Raum für Dankbarkeit
„Wir können dankbar sein, in einer Demokratie zu leben“, sagt Susanne Gregor-Bähr. Und der passende Ort, um sich Gedanken über positive Dinge im Leben zu machen, sei die Tiny Church. „Sie bietet Raum, in dem man sich auch unterhalten oder im Zwiegespräch mit Gott sprechen kann – auch außerhalb von festen Uhrzeiten und Gottesdiensten.“ Die Einrichtungsleiterin sieht darin einen besonderen Mehrwert der Kirche: Sie schafft Raum für pastorale Begegnungen – dort, wo Menschen zusammenkommen. Auch für die Schüler*innen aus den Sprachkursen sei die Scheu geringer, sich in die Tiny Church zu setzen als in ein großes respekteinflößendes Gotteshaus. Wofür man dankbar sein kann? Dafür gab es an diesem Nachmittag unter anderem in einem Gebet Pfarrer Christoph Gundermann Impulse – wetterbedingt allerdings nicht vor der Tiny Church, sondern im Trockenen.
Weitere Ideen für die Tiny Church
Die Tiny Church lockte unabhängig vom Gebet viele Menschen an. Auch noch einen Tag später im „normalen Betrieb“ nutzten viele Teilnehmende das offene Angebot, sich bei musikalischer Untermalung in die Friedenskirche zurückzuziehen. Die Tiny Church kam so gut an, dass bereits mit den Kolleg*innen aus anderen Standorten der Kolping-Bildungszentren Ruhr Ideen für ein neues Format geschmiedet werden: beispielsweise „Diskussionsworkshops“. Interessierte könnten in dem Rahmen mit Expert*innen zu verschiedenen Themen in der Tiny Church diskutieren.
Auch die Reihe zur Demokratieförderung wird weitergehen. Im Herbst geht es in die Word Press Photo Ausstellung, in der unter anderem Motive rund um Migration und globale Konflikte gezeigt werden. Zudem wird im Oktober der Düsseldorfer Landtag besucht. Bereits zu Gast in der Einrichtung war eine Journalistin zum Thema „Fake News“. „Wir möchten über diese Angebote die Chance nutzen, den einen oder anderen Denkanstoß zu geben“, sagt Susanne Gregor-Bähr zum Konzept der Aktionsreihe. „Man darf keine Chance ungenutzt lassen, Vorbehalte abzubauen.“