Ein Hoffest voller Blickfänge

Der Gutshof zeigt sich von seiner vielseitigen Seite

Impressionen vom Hoffest 2026 auf dem Kolping Gutshof Großeneder Aktionen, die ins Auge fallen, gab es beim Hoffest auf dem Kolping Gutshof in Großeneder. Fotos: Jana Sudhoff Wolken schillender Seifenblasen schwebten über den Kolping Gutshof in Großeneder. Mit gezückten Handys verfolgten Eltern, wie die regenbogenfarbenen schimmernden Kugeln ihre Kinder umschwirrten und Riesenseifenblasen die Bauernhofkulisse einrahmten. Die Seifenblaseneinlagen der Warburger Seifenblasenkünstlerin Elkie von BubbleArt (Elke Rath) kam beim Hoffest nicht nur als Fotomotiv gut an. Begeistert probierten die Kinder mit unterschiedlichen Werkzeugen auch selbst aus, ein magisch-buntes Spektakel auf den Gutshof-Innenhof zu zaubern. Auch trotz des unbeständigen Oktoberwetters versprühte der Gutshof beim Hoffest seinen besonderen Charme.

Als Hingucker und Publikumsmagnet erwies sich auch das Heubällebecken im Stall. Das mit Heuballen umfasste Bällebecken animierte nicht nur die ganz Kleinen, in die bunten Kugeln einzutauchen. Farbenfrohe Kürbis-, Feen- und Bauernhoftiergesichter sah man nach dem Kinderschminken. Nachmittags ließen die Kinder ihrem Entdeckergeist bei der Naturschnitzeljagd rund um und auf dem Hof freien Lauf. Die Schafwolle, die sie dabei unter anderem in die Finger bekamen, spielte auch an der Bastelstation eine Rolle. Damit in den heimischen Kinderzimmern bald viel Kresse wachsen wird, befüllten die Kinder Flaschenböden von leeren Plastikflaschen mit der Wolle der Gutshof-Schafe, streuten die Kressesamen on top und komplettierten das Upcycling-Projekt mit selbstgestalteten Schafsköpfen. Gut gepflegt wird die Kresse in der flauschigen Optik bald sprießen.

Das Thema „Zuwachs“ prägt das gesamte Jahr

Kleine Samenkörner, aus denen Großes werden soll: Das Bild des „Wachsens“ zog sich auch durch den Familiengottesdienst, der gemütlich im Trockenen gefeiert wurde. Burkhard Lieback, TGB-Lehrer und Schulpfarrer bei der Evangelischen Kirche von Westfalen, griff das Motto des Hoffestes im ökumenischen Hofgottesdienst auf. Gemeinsam mit seiner Frau und Pastorin Christiane Lieback und den Kita-Musikerinnen Barbara Rehermann, Diana Seck und Heike Menne von der Kolping Kita Brede richtete er den Blick auf winzige Senfsamen, „denn im noch so kleinen Samenkorn steckt riesige Kraft etwas Großes zu werden“. Der Gutshof biete den Jugendlichen den Schutz und die Zeit, um in Ruhe zu „keimen“. Hier könne eine Gemeinschaft entstehen, in der die Hoffnung wachse, dass manches anders werden könne. 

Bereits in den vergangenen Monaten hat sich an dem außerschulischen Lernort wieder vieles entwickelt. „Das große Thema des Jahres war der Zuwachs“, erklärte Eva Klare-Kurtenbach, Geschäftsführerin des Kolping-Schulwerkes, in ihrer Begrüßungsrede. Mit der Maßnahme „Re-start“ ist eine neue Zielgruppe – Schüler*innen der achten und neunten Klasse – auf den Gutshof gekommen. Im Mai hat Hengstfohlen Stanley die Herde der Shetlandponys vergrößert und die Herzen der Jugendlichen und Mitarbeitenden im Sturm erobert. Und da sich auch bei Projektleiterin Carolin Amthor-Bröker Nachwuchs ankündigt, hat sie jüngst den Staffelstab der Projektleitung an Thomas Redeker übergeben, der seine Feuertaufe mit der Planung des Hoffestes bestanden hat.

Gartenbauprojekt besinnt sich auf die eigenen Ressourcen

Nicht nur die Zahl der Menschen und Tiere ist auf dem Hof gewachsen, auch die Projekte wachsen stetig. Wie zum Beispiel das Gartenprojekt, das sich im Aufbau befindet. Was die Jugendlichen dort – ganz nach dem Prinzip der Permakultur – gemeinsam gestalten, anbauen, pflegen, ernten und verwerten, erfuhren die Gäste beim Hofrundgang mit Isi Senge, pädagogische Fachkraft im „Re-start“-Team. Sie vermittelt den Jugendlichen, die Ressourcen im Garten optimal zu nutzen: Hand- und Teamarbeit wird so viel wie möglich selbst gemacht und alles in den natürlichen Kreislauf mit einbezogen. Die Ressourcen-konzentrierte Permakultur stehe sinnbildlich auch für die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen, erklärt Isi Senge. „Wo liegen die Stärken? Was gibt mir Energie? Womit kann ich wachsen?“

Zu den Stärken des Gutshofs gehört seine positive Energie. Der Funke sprang auch auf die Hoffestgäste über. „Das hier ist ein inspirierender, kreativer und detailreich gestalteter Ort, der viel Ruhe und Wohlfühlatmosphäre ausstrahlt“, schwärmte Elke Rath, die zum ersten Mal auf dem Gutshof war. „In jedem Winkel gibt es etwas zu entdecken und Angebote, mit denen Menschen aus sich herauskommen können.“

So facettenreich wie das Angebot auf dem Gutshof, so waren auch die Besucher*innen des Hoffestes: neue und vertraute Gesichter – über alle Generationen hinweg. So zeichnete sich das Hoffest durch tolle Begegnungen, intensive Gespräche und viele interessierte Fragen rund um die tiergestützte, sozialpädagogische und naturpädagogische Arbeit aus.