Ein Schub für das Selbstbewusstsein
„Festival der Künste“ fördert neue Talente zutage
Foto: Jana Sudhoff
Stolze Gesichter, wo man hinsah: bei den Akteur*innen, ihren Eltern und ihren Lehrer*innen gleichermaßen. Das „Festival der Künste“ der Adolph-Kolping-Schule in Brakel hatte viele verborgene Talente und Stärken zutage gebracht. Beim Programm auf der Bühne und an den Stellwänden in der Turnhalle hatten die Schüler*innen gezeigt, was sie in ihrer Projektwoche alles auf die Beine gestellt haben. Ihr Mut, sich vor großem Publikum zu präsentieren, hat sich gelohnt. Sie waren die Held*innen ihres Schulfestes, das anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Förderschule mit vielen Gästen aus dem Kreis Höxter und dem Kolping Schulwerk gefeiert wurde.
Eindruck gemacht hatte, was die Förderschüler*innen in nur vier Tagen à vier Schulstunden in ihren Projektgruppen aus sich herausgeholt haben. In 13 Projektgruppen hatten sie sich kulinarisch, künstlerisch, musikalisch, sportlich und digital ins Zeug gelegt. Für einen Gänsehautmoment sorgte der Keyboard-Auftritt einer Neuntklässlerin, die sich traute, das Schulfest mit einem Solo-Act zu eröffnen. Die Akrobatikgruppe erstaunte mit ihrer Menschenpyramide und mannigfaltigen Figuren und Choreografien. Die Zaubergruppe verblüffte mit einem Potpourri an kleinen Illusionen wie beispielsweise Karten- und Münztrick, schwebendem Geldschein und mit einem Bleistift mit Gummi-Effekt. Mit ihrem Rhythmusgefühl hat die Musikgruppe begeistert. Kooperationspartner Bülent Sezen, Leiter der Musikschule in Steinheim, hatte in den Trommler*innen und dem Schlagzeuger viel Spielfreude geweckt. Als eingeschworene Mannschaft präsentierten sich die „Fußballer“. Sie hatten in der Projektwoche nicht nur von einem Team des SC Paderborn 07 Fußballraffinesse gelernt. Sie sind auch zu Expert*innen für Bewegung, Ernährung und Gesundheit geworden und hatten auf der Bühne ihre Ergebnisse mit dem Publikum geteilt. Einblicke in die Adolph-Kolping-Schule bot der selbstgedrehte „Jubiläumsfilm – Schulentwicklung“, in dem die Projektgruppe zum Leben erweckte, was ihre Schule besonders macht. Mut, Freude, Teamgeist und Selbstbewusstsein – all das verkörperte die Tanzgruppe bei ihrer schwungvollen Show. Für ihren Aufritt hatten die Mädchen viele eigene Ideen und kreative Impulse eingebacht und gezeigt, dass durch starken Zusammenhalt jede ihre Rolle in dem Ensemble finden konnte.
„Holli“ als heiß begehrtes Fotomotiv
Kunst aus Pappmaché, Kunst aus Glitzer, Kunst mit der Kamera, Kunst mit KI, Kunst mit Botschaft: In weiteren Projektgruppen hatten die Schüler*innen Masken und Tierfiguren aus Pappmaché geformt, Deko und Schmuck gestaltet, eine Fotoreise rund um die Schule und Umgebung von Brakel unternommen, Fotos vertrauter Orte mithilfe von KI in etwas völlig Neues verwandelt und Schilder gebaut, die immer wieder mit bunten und herzlichen Botschaften neu gestaltet werden können.
In der Schulküche hatten weitere Mädchen und Jungen für das Buffet Minifrikadellen mit Paprikahaube, Tomaten-Mozzarellasticks, Nudelsalat und Kartoffelsalat im Gläschen, Lachscreme auf Kräcker, Vanillecreme mit Erdbeerstückchen und Schokocreme gezaubert sowie aus der Backstube Geburtstagsplätzchen und Kuchen zugesteuert.
Umschwärmt war ein besonderer Gast: Der SCP07 hatte sein Maskottchen dabei, um das sich stets eine große Schülertraube scharte. Selfis mit und Autogrammkarten von „Holli“ standen hoch im Kurs. Das SCP07-Team brachte die Schulgemeinschaft auch mit seinem Fußball-Billard, Fußball-Dart und am Maltisch in Aktion. Nach der gemeinsamen Projektwoche genossen auch die Übungsleiter*innen des SCP07 bei den Förderschüler*innen einen kleinen Fanstatus und wurden zum Abschied selbst mit Autogrammwünschen belagert.
Begeistert vom jahrgangsübergreifenden Konzept
„Ich bin begeistert, mit wie viel Enthusiasmus, Freude und Energie die Schüler*innen dabei sind“, schwärmte Schulleiter Dietmar Overbeck. Was ihn am meisten beeindruckte: Die Schüler*innen haben gezeigt, was jenseits klassischer Unterrichtsfächer in ihnen steckt und den Erfolg sah man ihnen an. „Das Strahlen auf den Gesichtern der Kinder, die man sonst nicht so oft lächeln sieht, war für mich heute das Highlight“, sagte Schulsozialarbeiterin Sabine Nicolai. „Die Projektwoche war Futter für das Selbstbewusstsein.“
Ein Gewinn war die Projektwoche auch dank ihres neuen Konzepts. Die Projektgruppen waren erstmals jahrgangsübergreifend durchmischt. „Die Kinder, die sonst keine Berührungspunkte miteinander haben, lernten sich kennen“, freute sich Sabine Nicolai über den gewachsenen Zusammenhalt. Fasziniert war sie auch, welche sozialen Kompetenzen die älteren Schüler*innen gegenüber den kleineren an den Tag gelegt hatten. „Das war ein voller Erfolg. Das Format werden wir beibehalten“, versprach Dietmar Overbeck.