Ein unverzichtbarer Pfeiler in der Schullandschaft
Adolph-Kolping-Schule feiert Zehnjähriges mit einem Festakt
Die Festredner betonten unisono, wie wichtig die Adolph-Kolping-Schule in der Bildungslandschaft des Kreises Höxter geworden ist (von links): Schulleiter Dietmar Overbeck, Sandra Osterkamp (Schulrätin für Förderschulen), Magdalena Volmert (stellvertretende Landrätin), Schulpflegschaftsvorsitzender Bernd Fischer, Jutta Robrecht (stellvertretende Bürgermeisterin), Schulwerk-Geschäftsführerin Eva Klare-Kurtenbach und ihr Vorgänger Ulrich Woischner. Foto: Jana Sudhoff
Die Adolph-Kolping-Schule Brakel ist aus der Schullandschaft im Kreis Höxter nicht mehr wegzudenken: Lobende und wertschätzende Worte zogen sich wie ein roter Faden durch alle Festreden. Anlässlich des zehnten Geburtstags der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen hatten Schulleiter Dietmar Overbeck und seine Stellvertreterin Sonja Echterling die Mitarbeitenden, Kollegen aus dem Kolping Schulwerk, Vertreter aus der Politik und Förderer zu einer Feierstunde ins Berufskolleg Kreis Höxter in Brakel eingeladen. „Ich bin glücklich, dass wir damals so mutig waren, diesen Weg zu gehen“, rekapitulierte Ulrich Woischner, damaliger Geschäftsführer des Kolping Schulwerks. Zusammen mit seiner Nachfolgerin Eva Klare-Kurtenbach skizzierte er die erfolgreiche Entwicklung der Schule.
Im August 2016 startete die Förderschule mit rund 70 Schülern. Das Besondere: Gegründet wurde die Schule in der Zeit der landesweiten Schließungen von öffentlichen Förderschulen. „Wir wollten für junge Menschen auch weiterhin einen Lernort schaffen, der auf ihre Bedarfe zugeschnitten ist. Wir richten unsere pädagogische Arbeit an den Kompetenzen der Schüler, um so individuell zu motivieren und zu fördern.“ Eva Klare-Kurtenbach ergänzte: „Wir erwarten nicht weniger, sondern wir begleiten und unterstützen die jungen Menschen mit einem langen Atem und Geduld.“ Kleine Klassen, Schule als sicherer Ort, viel Beziehungsarbeit und der Fokus auf berufsvorbereitende Inhalte inklusive einer engen Kooperation mit heimischen Betrieben prägen das Profil der Schule. Dreh- und Angelpunkt ist der Gedanke: „Was brauchen die jungen Menschen, damit sie wachsen können?“ Getreu dem Leitsatz Adolph Kolpings: „Die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist.“
„Gefühl der Geborgenheit“
Die steigenden Schülerzahlen geben dem pädagogischen Ansatz recht. Heute besuchen 180 Erst- bis Zehntklässler die Schule. „Die Entwicklung zeigt eindrücklich, wie wichtig und wertvoll das schulische Angebot ist und welchen festen Platz die Schule in unserer Bildungslandschaft einnimmt“, betonte Magdalena Volmert, stellvertretende Landrätin des Kreises Höxter, in ihrem Grußwort. „Sie leisten hier einen wichtigen Beitrag dazu, junge Menschen in ein selbstbestimmtes Leben und den Einstieg in Ausbildung und Beruf vorzubereiten“, führte sie aus.
„Was diese Schule stark macht, sind die Menschen, die hier arbeiten“, lobte Brakels stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Robrecht. Sie würden einen besonderen Ort des Lernens erschaffen, der geprägt sei von Menschlichkeit, Fachkompetenz, Verlässlichkeit, Herz, respektvollem Miteinander, Ermutigung und Chancen. Die Adolph-Kolping-Schule sei „ein Ort, an dem junge Menschen erleben: Ich habe meinen Platz und ich habe eine Zukunft. Als Stadt Brakel sind wir stolz, eine solche Schule vor Ort zu haben.“
Die Adolph-Kolping-Schule „ist für viele Familien ein wichtiger Lern- und Entwicklungsort geworden“, unterstrich Schulrätin Sandra Osterkamp. „Ein Ort, an dem junge Menschen erfahren können, dass Lernen nicht bedeutet, mit anderen Schritt halten zu müssen, sondern den eigenen Weg zu finden“, beschrieb sie weiter. „Vielleicht ist das nach zehn Jahren sogar die schönste Bilanz. Nicht die Zahl der Schülerinnen und Schüler. Nicht die Zahl der Klassen, sondern die Gewissheit, dass diese Schule für viele junge Menschen einen Unterschied macht.“
Auch von Seiten der Schulpflegschaft gab es viel Anerkennung. Vorsitzender Bernd Fischer lobte die besondere sonderpädagogische Expertise. „Eltern schätzen für ihre Kinder die individuelle Förderung, die Vielfalt und das Gefühl der Geborgenheit“, schilderte er. Nicht zuletzt bei der Jubiläumsfeier, eine Woche zuvor, habe er wieder einmal erlebt, die die Schule Gemeinschaft, Wertschätzung und Respekt vorlebe. Bernd Fischer nutzte seine Festrede auch, um in die Zukunft zu blicken. „Unsere Schule wächst – und mit ihr der Bedarf an Ressourcen, modernen Räumen und verlässlicher Unterstützung. Jede Investition, die Sie in der Vergangenheit, heute und in der Zukunft beschließen, fließt direkt in die Zukunftschancen junger Menschen, die ohne diesen geschützten Rahmen oft übersehen würden.“
Kabarettist Ingo Börchers auf der Bühne
Viele Menschen haben in den vergangenen zehn Jahren mit ins Rad gegriffen, damit die Adolph-Kolping-Schule im Kreis Höxter ihre besondere Bedeutung einnehmen kann. Ihren Dank richteten Schulleiter und Geschäftsführung aber nicht nur an alle politischen Akteure, Förderer, Partner und Familien. „Ohne dieses Kollegium wäre es nicht möglich, dass unsere Schule inzwischen eine so tragende Rolle im schulischen System einnimmt. Darauf kann jeder und jede Einzelne stolz sein“, stellte Schulleiter Dietmar Overbeck das Engagement seines Teams heraus.
Bevor der Abend bei einem Imbiss und gemütlichen Beisammensein auf dem Schulhof ausklang, übernahm Kabarettist Ingo Börchers die Bühne: für sein „Plädoyer für eine neue Zuversicht“. Rund eine Stunde lange begab sich der Bielefelder Humorarbeiter „auf die Suche nach dem, was ist, was war und wie das alles enden wird. Oder besser noch: Wie es weitergehen könnte.“