Kita füllt Auszeichnung mit Leben

Schötmar-Kita-Kinder begeistern sich fürs Forschen

Die Kinder des Adolph-Kolping-Kindergartens Schötmar ließen vor ihrem Publikum einen Cola-Mentos-Geysir ausbrechen Die Kinder des Adolph-Kolping-Kindergartens Schötmar ließen vor ihrem Publikum einen Cola-Mentos-Geysir ausbrechen Foto: Jana Sudhoff Eine neue Plakette ziert den Adolph-Kolping-Kindergarten Schötmar. Die Stiftung „Kinder forschen“ hat die Kindertageseinrichtung in Bad Salzufeln als „Haus, in dem Kinder forschen“ zertifiziert. Der Auszeichnung folgten direkt Taten. Bei einer Projektwoche drehte sich alles ums Forschen und Experimentieren. Auge in Auge mit einer Vogelspinne, große Aufregung um Malwurm Mats, Bohnen mit Sprengkraft und erste Brotbackerfahrungen – viel zu erzählen hatten die Kinder zuhause. Einen Eindruck, was die Kinder in den vier Projektgruppen alles erlebt haben, konnten sich die Eltern selbst machen: bei einer Ausstellung in der Kita.

Explosiv wurde es direkt nach der offiziellen Begrüßung auf dem Außengelände. Die „Naturforscher*innen“ ließen vor ihrem Publikum einen Cola-Mentos-Geysir ausbrechen. Nicht das einzige Experiment, das sie in ihrer Projektwoche ausprobiert hatten. Blätter unter die Lupe nehmen, Blumen färben, Bohnen in Gips einpflanzen, Kresse im Eierkarton ziehen, Wolkenknete aus Speisestärke und Haarspülung selber machen etc. – das Naturforscherprojekt bot viele spannende Erfahrungen. Einen kleinen Auszug aus ihrem Forscherleben präsentierten die Naturforscher*innen ihren Familien am Ausstellungstag. Besonders der Tupfenzauber entpuppte sich als Magnet. Zu lernen gab es nicht nur, wie Spülmittel die Oberflächenspannung des Wassers zerstört. Ein Hingucker waren zudem die schwimmenden Farbpigmente auf der Wasseroberfläche.

Kreativ, gesund und zoologisch

Bunt wurde es auch bei der Vernissage der „Kreativgruppe“. Eine Woche lang haben die kleinen Künstler*innen verschiedene Maltechniken ausprobiert. Entstanden sind Neukreationen aus den drei Grundfarben, Farbkreise, Murmelbilder sowie Kunstwerke aus Fadentechnik, die die Eltern bewundern konnten. Immer mit dabei gewesen war „Mats Malwurm“. Die Kinderbuchfigur ließ in ihren Geschichten die Kinder in die Welt der Farben und Farbmischungen eintauchen. Wie begeistert die Kinder von ihrem wurmigen Maskottchen waren, zeigte sich auch am Ausstellungstag. Aus bunten Kugeln konnten sie sich ihren eigenen „Mats“ basteln – ein heiß begehrtes Angebot.

Interaktiv wurde es bei den „Ernährungs- und Bewegungsexpert*innen“. An den Stationen im Ausstellungsraum konnten Eltern und Kinder ihr Wissen zur Ernährungspyramide, ihren Tast- und Riechsinn und ihre Fähigkeiten im Bewegungsparcours unter Beweis stellen. Bereits in der Projektwoche hatten die Kinder ihre Erfahrungen zur gesunden Ernährung anhand der Pyramide vertieft und ihren Geschmackssinn an zitronigen, schokoladigen und gemüsigen Probierproben blind getestet. Die Erlebnisreise führte auch in die Küche, wo sie Smoothies gemixt, Obstsalat geschnippelt, Brot gebacken und Butter hergestellt haben. Bei einem Picknick auf dem @on-Spielplatz wurden Weintrauben, Gurken und Kräcker mit Frischkäse ausgepackt.

Zoologisch wurde es in der „Insektengruppe“. Aus Chipsdosen haben die U3-Kinder Raupen gebastelt und gelernt, was die Schmetterlingslarven am liebsten fressen. Mit bunten Papierflügeln auf dem Rücken schlüpften sie anschließend selbst in die Rolle der Schmetterlinge. Darüber hinaus haben die U3-Kinder nicht nur die Insekten unter die Lupe genommen, die sie auf dem Kita-Außengelände gefunden hatten. Das Highlight der Woche war ein Reptilienretter-Besuch. Ein Kita-Vater, der mit seiner Frau die Reptile-Rescue OWL betreibt, hatte eine Vogelspinne aus der Auffangstation in die Kita mitgebracht. Ein wenig Terraristik-Flair herrschte auch beim Ausstellungstag. Die Kinder hatten ein Regenwurmhotel gebaut, in dem gesammelte Regenwürmer in abwechselnden Schichten aus feuchter Erde und Sand beherbergt wurden.  

Nicht nur für die Kinder war die Projektwoche etwas Besonderes. Angesteckt waren auch die Erzieherinnen von der Begeisterung, Entdeckerfreude und Neugier, die die Projekte bei den Kindern ausgelöst hatten. „Wir werden auf jeden Fall einmal jährlich eine Projektwoche im Kitajahr integrieren“, versprach Kitaleiterin Claudia Brokmann.