Kreativ mit Hammer, Säge und Akkuschrauber
OGS-Kinder probieren sich in der Holzwerkstatt aus
Hämmern, sägen, schrauben, bohren, schleifen: Die OGS-Kinder sind in der Holzwerkstatt zu kleinen Konstrukteur*innen geworden. Foto: Jana Sudhoff
Ein Klangteppich aus scheuernden Schleifgeräuschen, surrenden Akkuschraubern, rhythmischem Sägen und dumpfen Hammerschlägen erfüllt sie OGS Willebadessen: Es wird geschmirgelt, gebohrt, geschraubt, gesägt und gehämmert. 14 OGS-Kinder sind unter die Holzwerker*innen gegangen. Im Rahmen des Sommerferienprogramms hat die Umweltbildnerin Melanie Hecker (ComNatura Umweltbildung) die Räumlichkeiten in eine Holzwerkstatt verwandelt. Hier können die Kinder handwerkliche Erfahrungen sammeln und sich ganz nach ihren eigenen Vorstellungen ausprobieren.
Dafür stehen kistenweise Bastelholz, Perlen, Strohhalme, Kronkorken, Holzstäbe, Nägel, Schrauben, Schnüre und Astwerk zur Verfügung. Hochkonzentrierte Blicke und strahlende Augen, wenn wieder eine Konstruktion Gestalt annimmt, wechseln sich ab. In die handwerklichen Tricks und vermeidbaren Fallstricke hat sie zuvor Melanie Hecker eingeweiht: Wie man die Drehrichtung beim Akkuschrauber einstellt oder die Maschine in einen Bohrer verwandelt, wie man kaputte Bits vermeidet, wie die Tische beim Nageln heile bleiben und dass das Schrauben mit Teamarbeit am besten geht. Heiß begehrt sind die Zangen. Denn eine der Königsdisziplinen an diesem Vormittag ist, die Nägel gerade zu hämmern. Allerorts werden verbogene Nägel mit der Zange wieder herausgezogen – für den nächsten Versuch.
Wertvolle eigene Erfahrungen machen
Die Selbsterfahrung für die Kinder steht für Melanie Hecker an erster Stelle, wenn sie ihre Werkzeuge und das Bastelholz auspackt. „In der Holzwerkstatt lernen die Kinder, sich etwas zu trauen, Fehler zu machen und anschließend zu korrigieren, sich gegenseitig zu helfen und sich auszuprobieren.“ Nicht das perfekte Ergebnis steht im Vordergrund, sondern individuelle Erfolgserlebnisse. Wer schon mit Hammer, Säge & Co. umgehen kann, probiert sich einfach an anderen Werkstücken als diejenigen, die zum ersten Mal handwerklich arbeiten.
„Mit den eigenen Händen etwas entstehen zu lassen, ist für die Kinder ein Highlight“, sagt Steffi Siewert, Leiterin der OGS in Willebadessen und Peckelsheim. „Wichtige Lerneffekte sind dabei, Erfahrungen zu sammeln, an ihre Grenzen zu stoßen und zu lernen, was möglich ist und was nicht.“
Am Ende ist eine ganze Schiffsflotte – darunter ein Prinzessinnen-Boot – entstanden. Daneben reiht sich eine bunte Vielfalt an Fahrzeugen von fahrenden Katapulten über einen rollenden Kuchen-Wagen bis hin zu Autos in unterschiedlichen Designs. Dazu gesellen sich Roboter, Strohalm-Menschen und „Mamas“ aus Holz. Mit Fantasie entwickelten die Kinder aus den Anschauungsmodellen ihre ganz persönlichen Werkstücke.
In der OGS in Willebadessen sowie in Peckelsheim sind schon mehrere OGS-Generationen dem Charme des Experimentierens, Forschens und Werkelns erlegen. Melanie Hecker verwandelt jeden Sommer einen OGS-Ferientag in einen Forschervormittag: vom Monsterfilzen über Bachbegehung und Waldwanderung bis hin zu Experimenten und Holzwerkstatt.